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Die schwüle Hitze breitet sich schon am Vormittag aus, die fliegenden Händler auf den Straßen bieten ihre wenigen Waren an: Mangos, Avocados, Papaya. Die Straßen sind prall gefüllt mit Menschen: man spricht miteinander oder beobachtet bloß, die Frauen haben ihre Lockenwickler auf dem Kopf und sehen von den Balkonen hinunter, alte Männer sitzen in Hauseingängen und spielen Domino, ein paar Kinder vergnügen sich mit „Beisbol“ und benutzen dazu eine alte Getränkedose und einen Stock.

 

Vázquez’ Kuba, das ist einerseits die farbenfrohe Lebensfreude, die Energie dieses Landes, der Lärm und das Leben auf der Straße, die unverwechselbare Musik in den Bars, die unverkünstelte Erotik der Kubaner im Tropicana und am Strand. Das Kuba, das den Touristen fasziniert und millionenfach anlockt.

 

Immer wieder sieht man in Vázquez’ Bildern auch die Perspektive der Kubaner: die Sehnsucht nach Flucht und Freiheit; die Kubaner, die ihrer Heimat den Rücken kehren und versuchen die 90 Seemeilen nach Miami auf selbst-gebastelten Flößen zurückzulegen, um dort ein neues Leben anzufangen. Die politische Repression, die Polizisten, die überall sind um die Privatsphäre der Menschen zu kontrollieren und nicht zuletzt das Nebeneinander von westlichem Tourismus und Sozialismus, das letztlich den Traum einer klassenlosen Gesellschaft ad absurdum führt.

 

Das ist Rolando Vázquez’ Sicht auf seine Heimat, in der Vitalität und Erotik und Lebensfreude die eine Seite darstellen, die aber auch Unterdrückung und die Perspektivlosigkeit vieler junger Kubaner zeigt, die versuchen auf die andere Seite zu kommen – als Hotelboy oder doch auf dem Floß nach Miami

 

Rolando Vázquez Hernández